Das Energieunternehmen LEAG hat AfD-Vertreter von der traditionellen „Barbarafeier“ der Kohlekumpel wieder ausgeladen. Die LEAG begründete die Ausladung damit, die AfD würde die von „Ende Gelände“ geplanten Proteste dafür benutzen, um die LEAG „für eigene parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren“. Hintergrund ist, dass der Landesverband Sachsen der Jugendorganisation der AfD zu einer Demonstration anlässlich der von „Ende Gelände“ geplanten Proteste aufgerufen hatte.

https://www.n-tv.de/…/Leag-laedt-AfD-bei-traditioneller-Bar…

Der Stellv. Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg und Stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landtages Brandenburg, Steffen Kubitzki, reagierte auf seine Ausladung mit folgendem Brief:

„Sehr geehrte Damen und Herren der LEAG,

ehrlich gesagt kann ich die Begründung, mit der ich und die anderen Vertreter der AfD von der Barbarafeier ausgeladen wurden, nicht nachvollziehen, werde sie aber akzeptieren müssen.

Die erhobenen Vorwürfe, die AfD würde die LEAG und deren Mitarbeiter für „parteipolitische Zwecke instrumentalisieren und vereinnahmen“, weise ich auf das Schärfste zurück.

Die Menschen in der Lausitz haben die AfD bei den vergangenen Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen mit Abstand zur stärksten Oppositionskraft gewählt. Dementsprechend dürfen die Menschen von uns erwarten, dass wir uns zu den aktuellen Geschehnissen, wie etwa die von „Ende Gelände“ angekündigten Proteste, auch klar positionieren, was wir auch entsprechend getan haben.

Wenn Sie uns nun einen Strick daraus drehen wollen, dass wir uns für die Lausitz und deren Menschen einsetzen und uns mit den Kohlekumpels solidarisieren, indem sie uns „Instrumentalisierung“ und „Vereinnahmung“ vorwerfen, so verkennen sie zum einen, dass es gerade angesichts eines solch hochpolitischen Themas geboten ist, als Partei Stellung zu beziehen, und zum zweiten der LEAG kein Exklusivrecht zusteht, das besagt, nur sie dürften sich gegen die Aktionen von „Ende Gelände“ äußern.

Vor meiner Wahl in den Landtag Brandenburg habe ich 19 Jahre lang bei Steinmüller für Vattenfall bzw. jetzt LEAG gearbeitet. Als Landtagsabgeordneter und Mitglied des Präsidiums des Landtages Brandenburg möchte ich mich im Wirtschaftsausschuss sowie als Kreistagsabgeordneter in Spree-Neiße im Braunkohleausschuss und in der Wirtschaftsregion Lausitz als Aufsichtsratsmitglied, für die Menschen vor Ort in der Lausitz, für die Braunkohleverstromung und damit letztlich für die LEAG und deren Mitarbeiter einsetzen. Wie das funktionieren soll, ohne Gefahr zu laufen, von Ihnen vorgeworfen zu bekommen, das Thema „Braunkohle“ für parteipolitische Zwecke instrumentalisieren zu wollen, weiß ich allerdings nicht.

Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass viele LEAG-Mitarbeiter bei den vergangenen Wahlen AfD gewählt haben, weil wir die noch einzig verbliebene Partei sind, die sich gegen den ideologisch motivierten Kohle-Ausstieg stellt und sich damit für den Erhalt der tausenden Arbeitsplätze in der Lausitz ausspricht.

Wir sind der letzte parteipolitische Verbündete der Kohlekumpels. Anstatt uns auszugrenzen, sollten wir lieber die Kräfte bündeln. Dass dies allerdings (vermutlich ideologisch) nicht gewollt ist, ist offensichtlich. Das bedaure ich zutiefst!

Mit freundlichem Gruß
und einem ehrlichen Glückauf

Steffen Kubitzki“