Mit der Stilllegung von Block A im Kraftwerk Jänschwalde wird ein zentraler Baustein der sicheren Stromversorgung in der Lausitz aufgegeben, ohne dass gleichwertige, grundlastfähige Alternativen zur Verfügung stehen. Fortan soll das einst größte Braunkohlekraftwerk der Region nur noch mit halber Leistung betrieben werden, während verlässliche Ersatzkraftwerke weiterhin fehlen. Was politisch als geordneter Ausstieg bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein riskantes Vorgehen auf Kosten der Versorgungssicherheit, der Beschäftigten im Kraftwerk und auf Kosten der Region.
Der Kohleausstieg mag beschlossen sein, doch die Voraussetzungen für eine verantwortbare Stilllegung weiterer Blöcke sind nicht erfüllt. Weder neue grundlastfähige Kraftwerke noch tragfähige Speicherlösungen stehen bereit. Gleichzeitig fehlt es an belastbaren industriellen Ersatzarbeitsplätzen für die wegfallenden Jobs in der Kohle. Hunderte Beschäftigte in Jänschwalde stehen vor einer ungewissen Zukunft, während der Strukturwandel weiterhin vor allem aus Ankündigungen besteht.
Immer neue, bislang unrealistische Konzepte zu Wasserstoff, Batterien oder erneuerbaren Anlagen erweisen sich als Luftschlösser und ersetzen keine real existierenden Industriearbeitsplätze. Das ICE-Werk in Cottbus ist bislang der einzige tatsächlich umgesetzte industrielle Leuchtturm in der Region – und reicht bei Weitem nicht aus, um den Verlust tausender qualifizierter Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft zu kompensieren.
Die Stilllegung leistungsfähiger Kraftwerksblöcke ohne gesicherte Ersatzkapazitäten und ohne tragfähige industrielle Alternativen ist vollkommen unverantwortlich. Wer Versorgungssicherheit, stabile Strompreise und gute Industriearbeitsplätze will, muss bestehende Strukturen erhalten, bis grundlastfähige Kraftwerke und echte industrielle Wertschöpfung geschaffen sind. Die Lausitz braucht Verlässlichkeit und Arbeitsplätze – keine energiepolitischen Experimente!
