Alternative Energieerzeugung ist sinnlos, wenn sie genau das zerstört, was man durch sie schützen will: die Natur. (Reinhold Messner)

Im Waldgebiet zwischen Bärenklau, Lübbinchen und Pinnower See planen die Eigentümer des Landwirtschaftsbetriebes „Lübbinchener Milch und Mast GbR“ die Errichtung von Windkraftanlagen ( siehe Karte unten rot umrandeter Bereich). Der Windpark soll 10 – 15 Windräder der aktuell größten Leistungsklasse 6 MW mit einer Gesamthöhe von ca. 200 Metern beinhalten. In der Gemeindevertretersitzung von Schenkendöbern am 10.08.2021 wurde mit 8 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen Planungsrecht geschaffen, d.h. die Planungen zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Erstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes werden in Angriff genommen.

Quelle: https://www.schenkendoebern.de/images/Termine_PDFs/GV_21-08-10/BSV_20_21_FNP_Energiepark_Lbbinchen.pdf

In direkter Nachbarschaft zum geplanten Windpark befindet sich jedoch westlich des Planungsgebietes das Naturschutzgebiet „Pinnower Läuche und Tauersche Eichen“. Überregional bekannt und bedeutsam für seinen Baumbestand von bis zu 300 Jahre alten Eichen. Neben den alten Baumbeständen und seiner gewässer- und moorreichen naturräumlichen Ausstattung mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. Hirschkäfer, Eremit, Bekassine und Sonnentau bietet das Naturschutzgebiet auch Lebensraum für Seeadler und Fischadler. Deren Vorkommen werden durch die Windräder akut bedroht. Denn für Greifvögel stellen die 70 m langen Rotorblätter aufgrund ihrer Schlagkraft und Arbeitshöhe eine Todesfalle dar. Aufgrund der räumlichen Nähe und der Höhe der Anlagen des geplanten Windparks kann es als sicher gelten, dass dieser negative Auswirkungen auf den Bestand der See- und Fischadler im Naturschutzgebiet haben wird.

Ein Wald mit Windrädern ist kein Wald mehr.

Wegen seiner Bedeutung für die Umwelt und für uns Menschen kommt dem Erhalt und dem Schutz des Waldes ein hoher Stellenwert zu. Wald trägt zur Grundwasserneubildung bei, durch Sauerstoffproduktion und dem Ausgleich von Temperaturschwankungen hat Wald positive klimatische Effekte, durch seine Filterwirkung befördert Wald die Luftreinheit, Wald ist Lebensraum für unzählige Pflanzen- und Tierarten und bietet uns Menschen mit seiner ursprünglichen Natur Ruhe, Entspannung  und Erholung.

Die Errichtung von Windrädern im Wald geht einher mit massiven baulichen Eingriffen, wie Abholzungen, der Anlage von breiten geschotterten Schneisen, der Erstellung großer Betonfundamente und des Windrades an sich. Die Rotation der Rotoren führt zu Veränderungen des speziellen, kleinräumigen Waldklimas. Durch die Schäden und Beeinträchtigungen wird das Ökosystem Wald zerstört und seine positiven Funktionen und Umweltwirkungen dauerhaft gestört. Neben der Zerstörung des Landschaftsbildes ist auch an eine Erholung in einem Wald mit Windrädern nicht mehr zu denken. Die Lebensqualität der Anwohner in den benachbarten Dörfern Bärenklau, Lübbinchen und Pinnow wird massiv gemindert und auch der regionale Tourismus wie im nahegelegenen Erholungsgebiet Pinnower See nimmt Schaden.

Grundlage für die flächendeckende Zerstörung unserer Natur ist die verfehlte Energiepolitik der Bundesregierung, die völlig falsche Investitionsanreize setzt.